„Lalla Rûkh“: Ein höfisches Spektakel
04.02.2010
Der Eutiner Schlossgarten wird in diesem Sommer zur Feier des 60. Festspiel-Geburtstags durch ein historisches Spektakel aus Musik...
Der Eutiner Schlossgarten wird in diesem Sommer zur Feier des 60. Festspiel-Geburtstags durch ein historisches Spektakel aus Musik, Schauspiel und Tanz zur Bühne: Gegeben wird „Lalla Rûkh“, ein faszinierendes „Festspiel mit Gesang und Tanz“.
Die Entstehungsgeschichte ist nicht minder faszinierend: Nach dem Versepos „Lalla Rookh. An Oriental Romance“ des irischen Dichters Thomas Moore hatte der berühmte preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel 1821 prächtige „Tableaux vivants“ zur Musik von Gaspare Spontini gestaltet. Die szenische Bearbeitung stammte vom Hofopern-Intendanten Karl Graf Brühl. Festlicher Anlass war der Staatsbesuch des russischen Großfürsten und späteren Zaren Nikolaus I. und seiner Frau Alexandra Fjodorowna, geborene Prinzessin Charlotte von Preußen. Sie spielte und tanzte bei dem Spektakel im Berliner Stadtschloss die Rolle der Prinzessin Lalla Rookh (Tulpenwange), Nikolaus die ihres Bräutigams Aliris. Die Handlung: Lalla Rûkh muss auf Befehl ihres Vaters den ihr völlig unbekannten bucharischen Prinzen heiraten und zu ihm zur Hochzeit reisen. Um seiner Braut die strapaziöse Reise über den Himalaja zu erleichtern, schickt der Prinz einen Geschichtenerzähler, den er beauftragt, ihr unterwegs Liebesgeschichten vorzutragen. Je länger die Reise dauert, desto leidenschaftlicher werden die Geschichten. Die Prinzessin vergisst ihre Bestimmung und verliebt sich in den Erzähler...
„Lalla Rûkh“, ein Beleg der damaligen Begeisterung für alles Orientalische, wurde als Festzug unter Mitwirken des Hofstaats in farbenprächtigen Kostümen mit Musik und Tanz vor 4000 Festgästen aufgeführt und blieb als Meilenstein der höfischen Festkultur in Preußen monatelang Stadtgespräch. Im Anschluss wurde im Schlosshof einer der größten Hofbälle gefeiert, die es je am preußischen Hof gab.
Diese hinreißende Geschichte wird – in Anlehnung an das historische höfische Spektakel - bei den Eutiner Festspielen nicht auf einer „normalen“ Opernbühne dargestellt, sondern mit „Lebenden Bildern“ in der Tradition Schinkels. Sie werden musikalisch umrahmt und erzählen Episoden der Handlung, während das Publikum auf dem Gelände des Schlossparks von einem Bild zum anderen promeniert.
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